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Essbare Einheimische Bäume
In Deutschland haben wir eine faszinierende Auswahl an einheimischen Bäumen, die weit mehr liefern als nur Holz und Schatten. Viele von ihnen waren früher wichtige “Notzeit-Lebensmittel” und werden heute als exklusive Wildnahrung neu entdeckt.
Hier ist ein Überblick über die wichtigsten einheimischen Bäume für deinen Speiseplan:
1. Die Buche (Fagus sylvatica)
Die Buche ist der „Mutterbaum“ unserer Wälder.
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Was man isst:
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Bucheckern: Die Nüsse im Herbst. Sie sind sehr fettreich und schmecken geröstet wie eine Mischung aus Walnuss und Pinienkern.
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Junge Blätter: Im April/Mai sind die frisch ausgetriebenen, hellgrünen Blätter zart und säuerlich-frisch (ähnlich wie Sauerampfer). Perfekt für Salate.
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Wichtig: Bucheckern enthalten Oxalsäure und Fagin; daher nur in Maßen roh essen oder kurz rösten, um die Stoffe abzubauen.
2. Die Linde (Tilia platyphyllos / cordata)
Die Linde wurde früher oft als „Salatbaum“ bezeichnet.
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Was man isst:
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Junge Blätter: Sie sind extrem mild, fast cremig und enthalten keine harten Fasern. Man kann sie direkt vom Baum essen oder als Basis für grüne Smoothies nutzen.
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Blüten: Der Klassiker für den Lindenblütentee (schweißtreibend und beruhigend).
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Früchte: Die kleinen kugeligen Nüsschen können jung (grün) zermahlen als Schokoladenersatz-Experiment oder geröstet verwendet werden.
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3. Der Ahorn (Acer pseudoplatanus / platanoides)
Besonders der Spitzahorn und der Bergahorn sind kulinarisch interessant.
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Was man isst:
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Ahornsaft: Im zeitigen Frühjahr (Februar/März) kann man den Baum anzapfen. Der Saft ist leicht süßlich und reich an Mineralien (ähnlich dem kanadischen Ahornsirup, nur weniger konzentriert).
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Blüten: Die hängenden Blütentrauben des Bergahorns kann man in Ausbackteig frittieren.
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Junge Blätter: Schmecken leicht herb-süßlich.
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4. Die Birke (Betula pendula)
Die Birke ist das Symbol für den Frühling und die Reinigung.
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Was man isst/trinkt:
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Birkensaft: Der Klassiker zur Frühjahrskur. Er schmeckt fast wie Wasser mit einer ganz zarten Süße.
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Blätter: Sehr junge Blätter wirken stark entwässernd (gut als Teebeigabe).
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Kambium: Die dünne Schicht zwischen Rinde und Holz ist essbar (früher als Mehlersatz getrocknet), schmeckt aber sehr eigenwillig.
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5. Die Eiche (Quercus robur / petraea)
Eicheln waren über Jahrtausende ein Grundnahrungsmittel, ähnlich wie Getreide.
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Was man isst:
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Eicheln: Sie sind sehr nahrhaft, aber voller Bitterstoffe (Tannine).
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Verarbeitung: Man muss die geschälten und zerkleinerten Eicheln so lange in Wasser wässern, bis das Wasser klar bleibt (die Bitterstoffe ausschwemmen). Danach kann man sie mahlen und als glutenfreies Mehl oder „Eichelkaffee“ verwenden.
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6. Die Eberesche / Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Entgegen hartnäckiger Gerüchte ist die Vogelbeere nicht giftig, nur roh sehr bitter und säuerlich (wegen der Parasorbinsäure).
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Was man isst:
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Beeren: Gekocht verlieren sie die Bitterkeit. Sie ergeben eine exzellente, herbe Marmelade oder Gelee, das perfekt zu Wildgerichten passt.
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Tipp: Nach dem ersten Frost oder einer Nacht in der Tiefkühltruhe werden sie milder.
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