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20/06/2023

Pflanzenportrait:Der Rosinenbaum

Der Japanische Rosinenbaum (Hovenia dulcis) ist ein wahrer Exot unter den Nutzhölzern und ein absoluter Geheimtipp für den Waldgarten. Sein Name führt oft in die Irre, denn man isst nicht die eigentliche Frucht, sondern die verdickten Fruchtstiele.

Hier ist das Porträt für diesen außergewöhnlichen „Süßigkeiten-Baum“:

1. Merkmale & Erscheinungsbild

  • Wuchs: Ein sommergrüner, aufrechter Baum, der in Mitteleuropa meist 5 bis 10 Meter hoch wird. Er bildet eine lockere, elegante Krone.

  • Blätter: Große, glänzende, herzförmige Blätter, die dem Baum ein fast tropisches Aussehen verleihen.

  • Blüte: Im Frühsommer (Juni/Juli) erscheinen cremeweiße, duftende Blütenrispen, die eine hervorragende Bienenweide darstellen.

  • Besonderheit: Nach der Blüte schwellen die Stiele, an denen die kleinen (ungenießbaren) Samenkapseln sitzen, fleischig an. Sie verfärben sich rotbraun und werden zum eigentlichen Erntegut.


2. Das kulinarische Highlight: “Rosinen am Baum”

Wenn die kleinen Kapseln reif sind, werden die Stiele mürbe und zuckersüß.

  • Geschmack: Sie schmecken verblüffend ähnlich wie echte Rosinen oder getrocknete Birnen, mit einer feinen Note von Zimt und Nelken.

  • Ernte: Der Baum „erntet sich selbst“. Nach dem ersten Frost fallen die süßen Stiele zu Boden und können einfach aufgesammelt werden.

  • Verwendung: Man isst sie direkt als gesunden Snack, gibt sie ins Müsli oder nutzt sie als natürliche Süße für Teemischungen.


3. Standort & Pflege im Waldgarten

Der Rosinenbaum ist robuster, als man bei seinem exotischen Äußeren vermutet.

  • Licht: Er liebt die volle Sonne. Je mehr Wärme er bekommt, desto süßer werden die Fruchtstiele.

  • Boden: Er bevorzugt lockere, humose und gut durchlässige Böden. Staunässe mag er gar nicht.

  • Winterhärte: Ausgewachsene Bäume vertragen Frost bis ca. -15 °C bis -20 °C. Junge Pflanzen sollten in den ersten Wintern jedoch unbedingt mit Vlies oder einer dicken Mulchschicht an der Basis geschützt werden.


4. Rolle im Waldgarten-Konzept

  • Mittlere Schicht: Er füllt perfekt die Lücke zwischen den ganz großen Bäumen (wie der Pekannuss) und den Beerensträuchern.

  • Lichtdurchlässigkeit: Sein Laub ist nicht so dicht wie das eines Ahorns, sodass unter ihm noch genug Licht für Halbschatten-Gemüse oder Kräuter bleibt.