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15/01/2023

Anordnung Pflanzung Waldgarten

Die Nord-Süd-Ausrichtung ist die wichtigste Achse in deinem Waldgarten-Design. Da die Sonne im Süden ihren Höchststand hat, bestimmt diese Ausrichtung, wie das Licht durch die verschiedenen Stockwerke (Schichten) deines Gartens fällt.

In einem Waldgarten arbeiten wir meist mit dem Prinzip des „ansteigenden Waldrandes“, um die Lichtausbeute zu maximieren.


1. Das Grundprinzip: Die “Licht-Treppe”

Damit die großen Bäume den kleinen Pflanzen nicht das Licht stehlen, ordnest du die Schichten wie eine Tribüne im Stadion an:

  • Norden (Die Riesen): Hier pflanzt du die höchsten Bäume deines Systems, wie die Esskastanie oder die Pekannuss. Da sie im Norden stehen, werfen sie ihren langen Schatten „aus dem Garten heraus“ oder auf Flächen, die keine Sonne benötigen (z. B. einen Geräteschuppen oder den Hühnerauslauf).

  • Mitte (Die Halbstämme): Südlich der Riesen folgen mittelhohe Bäume wie die Nashi-Birne, die Quitte oder der Rosinenbaum.

  • Süden (Die Sonnenanbeter): An der Südseite platzierst du die niedrigsten Schichten: Beerensträucher (Sorbaronia, Felsenbirne), mehrjähriges Gemüse und deinen Market Garden. So bekommt das niedrige Gemüse die volle Mittagssonne, ohne beschattet zu werden.


2. Die Hufeisen-Form (Die Sonnenfalle)

Eine der effizientesten Formen im Waldgarten-Design ist das nach Süden geöffnete Hufeisen:

  • Westen & Osten: Hecken aus Kornelkirsche oder Zierquitte schützen vor Seitenwinden.

  • Norden: Hohe Bäume bilden den Abschluss und halten kalte Nordwinde ab.

  • Zentrum: Hier entsteht ein geschütztes, warmes Mikroklima – ideal für frostempfindliche Exoten wie die Aprikose


3. Lichtmanagement durch Reihenausrichtung

Wenn du deinen Waldgarten in Reihen anlegst (besonders wichtig für die Bewirtschaftung des Market Gardens), hast du zwei Optionen:

Ausrichtung der Reihen Effekt Empfehlung
Nord-Süd-Reihen Die Sonne wandert über die Reihen. Morgens bekommt die eine Seite Licht, abends die andere. Ideal für Market Garden Beete und niedrige Kulturen (gleichmäßige Belichtung).
Ost-West-Reihen Die Nordseite der Reihe ist fast dauerhaft im Schatten der Südseite. Ideal, um gezielt Schattenzonen für Pflanzen wie Hostas oder Bärlauch zu schaffen.

4. Strategische Schattennutzung

Schatten ist im Waldgarten kein Abfallprodukt, sondern eine Ressource:

  1. Südseite des Stammes: Hier ist es am heißesten und trockensten. Ideal für mediterrane Kräuter für deinen Tee (Thymian, Salbei).

  2. Nordseite des Stammes: Hier ist es kühl und feucht. Der perfekte Platz für deine Hosta-Sammlung, Pilzstämme (Shiitake) oder empfindliche Waldkräuter.

  3. Lichtfenster: Wenn ein Baum im Norden steht, aber eine lichte Krone hat (z. B. die Felsenbirne), kannst du darunter im Süden des Stammes trotzdem noch sonnenhungrige Kräuter pflanzen.


5. Der Faktor Gefälle

Falls dein Gelände ein Gefälle hat, verändert das die Planung:

  • Südhang: Extreme Sonne, schnelle Erwärmung im Frühjahr (Achtung: Spätfrostgefahr für die Nashi-Blüte!).

  • Nordhang: Weniger Licht, aber gleichmäßigere Feuchtigkeit. Hier musst du die Abstände zwischen den Bäumen deutlich vergrößern, damit die Sonne tief genug einfallen kann