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16/02/2021

Hügelbeete Anlegen

Das Hügelbeet ist ein Klassiker der Permakultur und des Waldgartens. Es ist im Grunde ein “Komposthaufen mit Erdschicht”, der direkt bepflanzt wird. Besonders in einem wasserzentrierten oder kühlen Waldgarten bietet es enorme Vorteile, da es die Anbaufläche in die dritte Dimension erweitert.

1. Die 5 entscheidenden Vorteile

  • Flächenvergrößerung: Durch die Wölbung vergrößerst du die nutzbare Anbaufläche auf demselben Grundriss um ca. 30 bis 50 %.

  • Selbstdüngung: Das verrottende Holz im Kern liefert über Jahre (bis zu 5–7 Jahre) kontinuierlich Nährstoffe.

  • Wärme-Effekt: Die Zersetzungsprozesse im Inneren erzeugen Wärme. Der Boden ist im Frühjahr deutlich wärmer als im Flachbeet, was die Saison verlängert.

  • Entwässerung: Auf schweren, nassen Böden verhindert die Hügelform Staunässe.

  • Mikroklimatische Zonen: Ein Hügelbeet hat eine Sonnen- und eine Schattenseite sowie trockene (oben) und feuchte (unten) Zonen. Du kannst also auf einem Meter verschiedene Bedürfnisse bedienen.


2. Anleitung: So legst du ein Hügelbeet an

Ein Hügelbeet sollte idealerweise in Nord-Süd-Ausrichtung liegen (damit beide Seiten Licht bekommen) und eine Breite von ca. 1,50 m sowie eine Höhe von 70–100 cm haben.

Schichtaufbau (von unten nach oben):

  1. Die Basis (Kern): Hebe eine ca. 25 cm tiefe Grube aus. Lege den Boden mit engmaschigem Wühlmausdraht aus (essenziell, da der warme Holzkern Wühlmäuse magisch anzieht!).

  2. Grobes Holz: Fülle die Grube mit Baumstämmen, dicken Ästen und Totholz. Dies ist der Wasserspeicher und das langlebige “Skelett”.

  3. Feineres Material: Darauf kommt eine Schicht aus dünneren Ästen, Reisig oder Häckselgut.

  4. Umgedrehte Grasnarbe: Wenn du die Fläche vorher abgestochen hast, lege die Grassoden mit dem Grün nach unten auf das Holz. Das stoppt Unkraut und liefert Stickstoff.

  5. Laub & feuchtes Material: Eine Schicht aus feuchtem Laub, Stallmist oder halbreifem Kompost.

  6. Die Decke: Den Abschluss bildet eine 15–20 cm dicke Schicht aus guter Gartenerde (Mutterboden).


3. Die Bepflanzungs-Strategie (Zeitlicher Ablauf)

Da ein Hügelbeet im ersten Jahr sehr nährstoffreich ist, solltest du die Fruchtfolge beachten:

  • 1. Jahr (Starkzehrer): Kürbis (perfekt als unkrautverdrängender Bodendecker!), Zucchini, Gurken, Tomaten oder Kohl.

  • 2. & 3. Jahr (Mittelzehrer): Paprika, Salate, Erdbeeren.

  • Ab dem 4. Jahr (Schwachzehrer): Kräuter, Bohnen, Erbsen.


4. Integration im Waldgarten

Im Waldgarten kannst du das Hügelbeet als “Gilden-Basis” nutzen:

  • Pflanze in die Mitte des Hügels einen kleinen Obstbaum (z. B. Zierquitte oder Felsenbirne).

  • Die Schrägen nutzt du für Taglilien, Frauenmantel oder Hostas.

  • Der Fuß des Hügels bleibt länger feucht – ideal für Beinwell oder Minze.


5.Das Gießen

Ein Hügelbeet trocknet schneller aus als ein Flachbeet, da das Wasser an den Flanken abläuft und der Wind die Oberfläche stärker angreift.

  • Lösung: Lege oben auf dem Kamm eine kleine Mulde (eine Art Rinne) an, damit das Gießwasser versickern kann, statt abzufließen. Eine dichte Mulchschicht aus Gras und Klee ist hier  Pflicht.